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Die Geschichte des Spielplatz Studerstein

1988: Gründung des Vereins Kind, Spiel & Begegnung

Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, einen Bau- und Aktivspielplatz für die Kinder in der Länggasse einzurichten. Die Stadt Bern subventioniert eine 100% Animation-Stelle.

 

 

1988: Standort Suche

Babu Wälti, Spielbusbetreiber und erfahrener Spielpädagoge, begleitet den Verein bei der Suche. Verschiedene Orte werden geprüft: Im Waldstück zur Autobahn ist es zu laut, im "Alten Hirschenpark" zu schattig.

 

Im Waldrand an der alten Studerstrasse findet der Verein Kind, Spiel & Begegnung den geeigneten Platz. Die Burgergemeinde Bern stellt das Waldstück "auf Zusehen" zu Verfügung; das Gelände darf im Sinn eines Bauspielplatzes "bebaut" werden.

 

1989-1996: Bauspielplatz

Mit der neu besetzten Stelle und aktiven Quartierfamilien wird der Bauspielplatz im Frühling 1989 in Beschlag genommen.

 

Ein altes Postauto dient als Basis. Freiwillige legen einen Sandkasten an. Gemeinsam mit Kindern und Eltern wird ein Unterstand mit einer Waldküche errichtet, wo ein Holzkochherd zum Feuer machen dient. Es werden Hütten aus Abfallholz gebaut (Alt-Bretter / Balken aus der Entsorgung).

Im Sommer 1990 erstellen die Jungförster der Försterschule Lyss einen Kletter-Turm um den Stamm einer riesigen, zentralen Buche: ein Bauwerk aus Eichenstämmen vom nahen Wald mit einem Ausguck auf 10 Metern Höhe (Praxisprojekt im Rahmen der Ausbildung). Hier wird später eine Seilbahn eingebaut, während in andere 3 Bäume am Waldrand eine doppelte Pneu-Schaukel eingehängt wird. Das Quartier geniesst die neuen Spiel- und Gestaltungsmöglichkeit im Naherholungsgebiet des Wohnquartiers Länggasse. 250 - 300 Familien sind über diese Jahre aktive Mitglieder.

 

Der Studerstein Spielplatz ist ein "privater" Spielplatz und steht der Öffentlichkeit zur Verfügung. Der Nutzungsvertrag ist als (Dauer-)Provisorium angelegt. Die Burgergemeinde Bern stellt den Platz von Jahr zu Jahr zur Verfügung. Das hat den Vorteil, dass der Spielort nicht umzäunt sein muss wie andere Bau- oder Aktivspielplätze. Er ist damit jederzeit zugänglich.

 

1996 - 2006: Abenteuerspielplatz / Waldspielplatz

Das Hüttenbauen hat sich erfüllt. Der Spielplatz spricht vor allem Familien an und er wird von Frühling bis Spätherbst intensiv genutzt. Es entsteht Bedarf den Platz weiter auszubauen und fürs Spiel der Kinder abwechslungsreicher zu gestalten. Der Boden des Platzes ist derart begangen und verdichtet, dass Jungwuchs auch rings um den Spielplatz herum kaum mehr gedeihen kann.

 

Eine Arbeitsgruppe des Vereins setzt sich die Aufgabe, den Spielplatz weiter auszubauen und zu gestalten. Mit viel Engagement und professioneller Hilfe eines Gartenbauers wird das Gelände 1996 durch Altholz-Hecken räumlich gegliedert und mit zusätzlichen Klettertürmen aufgewertet. Gleichzeitig kann durch diese Massnahmen der Verdichtung des Bodens entgegengewirkt und Jungwuchs geschützt werden. Eine Kleinkinder Rutsche, Tische und Bänke kommen auch dazu.

 

Der Wald-Spielplatz hat speziell im Sommer grosse Anziehung - und auch weit über die Länggasse hinaus: Das führt zumal auch zur klärungsbedürftigen Situation; als z.B. an einem Samstagmorgen auf einem grossen Plakat zu lesen war: "Morgen Sonntag ist der Spielplatz besetzt - Privates Familien-Fest! Unterschrift Familie Soundso aus Kirchlindach".

 

Der Spielplatz ist tatsächlich einer der "top-ten" im Schweizerischen Spielplatz Verzeichnis. Dass es sich nicht um einen Brätliplatz sondern um einen Spielplatz mit Feuerstelle handelt ist schwierig durchzusetzen: wilde Feuerstellen aufräumen gehört zum wöchentlichen Ritual freiwilliger Vereinsmitglieder und der Spielplatzbetreuer.

 

2006 - 2009: Bau Neufeld Tunnel

Im Jahr 2002 bzw. 2005 fällt der Entscheid, dass der Neufeld-Tunnel gebaut werden wird. Da dies die Rodung des Waldes und damit die Aufhebung des Spielplatzes zur Folge haben könnte, machte der Verein der Verein Einsprache. Diese Einsprache hat die Wirkung, dass der Kanton sich grosszügig zeigt und bereit ist, eine Übergangslösung zu finanzieren und darüber hinaus Gelder für einen Wiederaufbau nach dem Tunnelbau in Aussicht stellt.

 

Die Betroffenheit ist gross, als das Waldstück abholzt wird und mit ihm die alte Spielplatz-Buche und der Spielplatz.

 

 

2006 realisiert die Stadtgärnerei einen Übergangs-Spielplatz für Kleinkinder beim Brunnen.

Gleichzeitig setzen sich Quartier-Initiantinnen für eine Brachenutzung ein und realisieren zu einem späteren Zeitpunkt einen "Baustellen-Spielplatz miniature" am Rande der Baugrube. Teile der Baustelle können an Wochenenden begangen und bespielt werden: hier türmen sich riesige Schutthalden, -hügel und Regenlöcher. Der Baustellen-Spielplatz miniature bietet am Rand der Baugrube kleinen Kindern ein Ebenbild: grosse Haufen Sand- und Steine, Astschnitt.. Die Einfachheit und die Naturnähe des Brachen- und des Baustellen-Spielplatz wird nach Beendigung der Tunnelarbeiten wegweisend für die Gestaltung des heutigen Spielplatzes.

 

2009: Neuer Studerstein Spielplatz

Die Burgergemeinde Bern fordert als Grund-Eigentümerin vom Verein Kind, Spiel & Begegnung einen professionellen Wiederaufbau eines zukünftigen Spielplatzes. Ein Landschaftsarchitektur-Büro plant und leitet diesen Aufbau. Die Finanzierung der Baukosten trägt der Kanton Bern.

Gleichzeitig mit der Eröffnung des Neufeld-Zubringertunnels wird der neue Spielplatz am Studerstein im Sommer 2009 dem Verein übergeben.

 

Eine Hügellandschaft mit Findlingen, Sand und Steinen, Astschnittholz, einem Kletterturm, einer Himmelsschaukel - bald kommt noch eine Seilbahn dazu. Ein naturnaher Spielraum mit einer kleinen Feuerstelle. Er erfüllt alle Sicherheitsanforderungen, welche für öffentliche Spielplätze gelten.

 

Eine Arbeitsgruppe des Vereins kümmert sich um die Pflege und bietet Jahreszeit-Feste.

 

2016: Die Bevölkerung der Stadt Bern stimmt einer Überbauung des Viererfeldes zu.

Der Verein Kind, Spiel & Begegnung engagiert sich seit 2018 für die Zwischennutzung auf dem Viererfeld und trifft erste Abklärungen bezüglich der Planung eines zukünftigen Stadtteil Spielplatzes.

 

Im 2020 steht es an, den Spielplatz Studerstein für die Zeit der Zwischennutzung noch einmal zu sanieren. Die Stadt Bern ist interessiert den Spielplatz in die künftige Gestaltung ein zu beziehen. Sie bietet darum Hand, den Verein mit Mitteln zu unterstützen.

 

 (Beat Zimmermann)